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GESELLSCHAFT / Gemeinsam essen VORBILDLICH Lecker, Pizza! Am besten gemeinsam frisch zubereitet und mit allem belegt, was schmeckt JÜNGSTES GERICHT Im Folkehuset Absalon, einer ehemaligen Kirche in Kopenhagen: kommen, um mitzuessen Nahrung, die verbindet Doch vor allem soll Essen Spaß ma- chen. Ob rein pflanzlich, möglichst proteinreich, bio oder low carb - wir befinden uns vermutlich auf dem Zenit der kulinarischen und ökotro- phologischen Möglichkeiten. Eine Flut von Empfehlungen und Anlei- tungen steht uns in Ratgebern, Tik- Toks oder Podcasts zu Verfügung. Jeder hat seine Überzeugung und seine ganz eigenen Essgewohn- heiten. Doch Dogmen und starre Regeln haben noch selten Genuss hervorgebracht. Gerade beim Essen geht es um Freude, Sinnlichkeit und Begegnung. Wie kraftvoll dieser Gedanke ist, zeigt sich, wenn mehrere Gene- rationen oder Kulturen zusammen kochen und essen. In Kopenhagen erlebt das dänische Fellesspisning, das gemeinschaftliche Abendes- sen, gerade eine Renaissance. In Gemeindehäusern oder Cafes sit- zen Jung und Alt, Neuankömmlin- ge und Alteingesessene an langen Tischen beisammen. Das Prinzip ist „Essen ist ein | 2 | Bedürfnis, | Genießen ist eine Kunst.“ | Frangois de La Rochefoucauld | (zugeschrieben) bewusst niedrigschwellig: offen für alle, preiswert oder auf Spenden- basis, mit einfachen, oft regionalen Gerichten. Was in Dänemark als kulturelle Selbstverständlichkeit gepflegt wird, zeigt auch andernorts, welches ver- bindende Potenzial im gemeinsa- men Essen steckt. In Städten wie Hamburg kommen beim sogenann- ten „Welcome Dinner“ Geflüchtete mit Deutschen zusammen, man begegnet einander beim gemein- samen Zubereiten und Essen. Auch beim Lunch mit Kollegen kann der Esstisch zu einem Ort werden, an dem Unterschiede ihren Platz haben. Die Vielfalt der Essweisen, Lebensstile, Religionen oder poli- tischen Einstellungen werden hier nicht als Störung oder Hindernis gesehen, sondern als Bereicherung, sogar als befriedende Kraft. So ent- steht ein Übungsraum für einen re- spektvollen Umgang miteinander, der weit über den Tisch hinaus frie- densstiftend und sogar demokratie- fördernd sein kann. > 23
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