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wird und Hinweise auf Veränderungen der Prostata geben kann. „Der PSA- Wert kann auf ein Prostatakarzinom hinweisen“, sagt Imkamp, der aber auch betont: „Ein einmal erhöhter Wert ist zunächst nicht dramatisch.“ Der Wert unterliege biologischen Schwan- kungen - etwa durch körperliche Akti- vität, Ejakulation, Fahrradfahren oder Entzündungen. „Das heißt: Wir kon- trollieren den Wert, wir bestätigen ihn - und erst dann gehen wir weiter.“ Die PSA-Bestimmung ist keine Kassenleistung. Sie muss in der Re- gel selbst bezahlt werden (Individuelle Gesundheitsleistung, IGEL) und kos- tet inklusive Blutentnahme 25 bis 35 Euro. „Das ist eine wirklich lohnende Investition in die eigene Gesundheit“, bekräftigt Imkamp. Denn wer seinen PSA-Wert kennt, kann das weitere Vor- gehen realistisch einschätzen - und andere, unnötige Untersuchungen ver- meiden. „Liegt der PSA-Wert unter 1,5, reicht es vollkommen, wenn die Män- ner alle fünf Jahre wiederkommen“, so der Experte. Bei Werten zwischen 1,5 und 2,99 empfehle man etwa zwei- jährige Intervalle. Erst bei höheren Werten werde weiter diagnostiziert. Zudem gelten heute die früheren star- ren Grenzwerte nicht mehr, PSA-Werte würden alters- und prostatagrößen- adaptiert bewertet, zudem helfe mo- derner, hochauflösender Ultraschall bei der Einordnung. Auch beim Thema Lebensstil räumt Imkamp mit vertrauten Mythen GESUNDHEIT / Prostata Weitere Infos - QR-Code scannen: PRÄVENTION Sexuelle Aktivität kann die Prostata-Gesundheit positiv beeinflussen ENTWARNUNG Radfahren beeinflusst den PSA-Wert meist nicht - bei älteren Männern kann es zu messbaren, aber harmlosen Schwankungen kommen auf, zum Beispiel Fahrradfahren. „Bei jüngeren Männern führt Radfahren in aller Regel nicht zu relevanten PSA- Erhöhungen“ Lediglich bei älteren Männern mit vergrößerter oder ent- zündeter Prostata könne intensive Belastung den Wert kurzfristig beein- flussen. „Das ist kein Risiko, sondern ein erklärbares Messphänomen.“ Eine weitere gute Nachricht hat Imkamp parat: „Regelmäßige Ejakulation ist nach aktuellen Daten ein protektiver Faktor“ - sexuelle Aktivität trägt also zur Prostata-Gesundheit bei. Warum Vorsorge entscheidend bleibt, zeigt der Blick auf das Prostata- karzinom selbst. „Je älter man wird, desto höher ist das Risiko, ein Prostata- karzinom zu bekommen‘, sagt Im- kamp. Aber nicht jeder Tumor sei au- tomatisch gefährlich. „Es gibt Tumore, mit denen man alt werden kann, und es gibt aggressive Tumore, die metas- tasieren.“ Aufgabe moderner Vorsorge sei es, „die gefährlichen Tumore zu identifizieren und die wenig aggressi- ven bewusst zu beobachten“. Früh er- kannt und auf die Prostata begrenzt, seien die Heilungschancen sehr gut. Damit Männer diesen Punkt er- reichen, braucht es oft Unterstützung. „Ich würde mir sehr wünschen, dass Partnerinnen und Partner ihre Männer zur Vorsorge schicken“, sagt Imkamp. Der eindringliche Appell des Urolo- gen an Partnerschaften: aufmerksam sein, erinnern, ermutigen: „Prosta- takrebs-Vorsorge ist keine Frage von Schwäche - sondern von Fürsorge“ ®@ Fotos: AdobeStock (2); plainpicture (2); Vinzenzkrankenhaus; PR
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