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TEXT Silvia Stammer m es mit Herbert Grönemeyer | ] zu fragen: Wann ist ein Mann ein Mann? Geht es ums Ana- tomische, führt die Antwort früher oder später zu einem kleinen Organ in den unteren Regionen - zur Prostata, auf deutsch Vorsteherdrüse. Man(n) spricht nicht gerne über sie, obwohl sie eine zentrale Rolle einnimmt. Sie bildet ein Sekret, das zusammen mit Samenzellen und weiteren Körperflüs- sigkeiten das Sperma ergibt. Per Mini- muskelkraft schleudert die Prostata das Ejakulat durch den Penis in die Welt. Und sie verdient Aufmerksam- keit - ein Prostatakarzinom gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Män- nern. Hier kann die frühzeitige Erken- nung durch Vorsorge tatsächlich Leben retten. Die gute Nachricht: Inzwischen ist der Gang zum Arzt viel angenehmer als sein Ruf. Diese Botschaft ist Prof. Dr. Florian Imkamp, Chefarzt der Urologie am Vin- zenzkrankenhaus in Hannover, beson- ders wichtig. Er hält die aktuelle Quote der Männer, die zu Vorsorgeterminen in Sachen Prostata gehen - laut Krebs- register liegt sie bei lediglich 20 bis 25 Prozent -, für „sträflich niedrig“. Vie- le Männer kommen später aufgrund anderer Beschwerden zum Urologen, oft dann, wenn ständiger Harndrang oder sogar Blut im Urin den Alltag be- stimmen. Häufig sind dann Prostata- krebs oder Erkrankungen bereits fort- geschritten. Grund dafür sind meist Scham und Sorge vor dem Eingriff in die In- timsphäre. „Die Männer befürchten, dass sie eine Tastuntersuchung der Prostata über sich ergehen lassen müs- sen - eine sogenannte digitorektale Un- tersuchung‘, so Prof. Imkamp. Anders ausgedrückt: den Finger des Arztes im Po. Die im Normalfall kastaniengroße Prostata liegt unterhalb der Harnblase und ist von der hinteren Körperöffnung gut zu tasten. Während Frauen meist durch frühe gynäkologische Vorsorge EXPERTE Prof. Dr. Florian Imkamp ist Chefarzt der Urologie am Vinzenzkrankenhaus in Hannover GESUNDHEIT Mit zunehmendem Alter rückt eine individuell angepasste Prostatakrebs-Vorsorge in den Fokus schon als Teenager an medizinische Untersuchungen gewöhnt sind und eher pragmatisch an das Thema he- rangehen, ist für Männer die Urologie so lange fremdes Terrain, bis sie akute Beschwerden haben. ‚Viele wissen gar nicht, dass es einen Arzt gibt, der nicht nur für die ableitenden Harnwege, son- dern für die medizinischen Belange des Mannes insgesamt zuständig ist‘, so Prof. Imkamp. Dabei hat sich die Prostatakrebs- Vorsorge in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. „Die Tastun- tersuchung steht heute nicht mehr im Vordergrund‘, erklärt Imkamp. Stattdes- sen gehe es um eine risikoadaptierte Vorsorge, die individuell ansetzt. Seine Empfehlung: „Grundsätzlich raten wir ab einem Alter von 40 bis 45 Jahren zum ersten Besuch beim Urologen - oder früher, wenn Symptome auftre- ten.“ Ab 45 Jahren beginne dann die ge- zielte Prostatakrebs-Vorsorge. Zentrales Instrument ist dabei der PSA-Wert. PSA steht für prostataspezifisches Antigen, ein Eiweiß, das im Blut gemessen » 63
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