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FAMILIE Zwei Frauen, ein Kinderwunsch - Marie und Mileen erzählen, wie sie Mama wurden. Von Hoffnung, Geduld und ganz viel Vorfreude. TEXT | Anika Schubert FOTOS | Anika Lauer | fellfreundschaften arie sitzt auf dem Sofa, ihre Tochter schläft Brust. Mileen kommt aus der Küche, beugt sich herunter und streicht dem Baby über den Kopf. Es ist einer dieser leisen Momente im zusammengerollt auf ihrer Wochenbett, in denen alles gleichzeitig neu und vollkommen richtig ist. „Wir haben uns von An- fang an als Familie gefühlt“, sagt Marie, „da war nie die Frage, wer hier wie dazugehört.“ Ein Wunsch, der wachsen durfte Über Kinder sprechen Marie und Mileen schon vor ihrer Hochzeit. Für Marie ist der Wunsch früh sehr klar. Mileen braucht Zeit, um sich in den Gedanken hineinzufühlen. Nicht weil sie keine „Eltern waren wir vom ersten Moment an. Alles andere war Bürokratie." Marie Familie möchte, sondern weil der Weg dorthin planungsintensiver ist als bei vielen anderen Paaren. Schnell entscheiden sie sich für eine offizielle Samenspende. Ihr Kind soll später die Möglichkeit haben, mehr über seine Herkunft zu erfahren. Transparenz statt Geheimnis. Bei der Suche stoßen sie zunächst an Grenzen. Die Informationen über Spender sind knapp, Nachfragen werden nicht immer will- REAL Im Jahr 2024 lebten in Deutschland etwa 31.000 gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern. SW EWAR RICH ATi lien bestehen aus zwei Müttern, knapp 30 % aus zwei Vätern. kommen geheißen. „Man hatte manchmal das Gefühl, wir müssten uns erklären“, erin- nert sich Marie. Schließlich wählen sie eine Samenbank im Ausland und beginnen die Kinderwunschbehandlung. Wenn Hoffen Geduld braucht Mehrere Versuche bleiben erfolglos. Eingefro- rene Eizellen lassen sich nicht befruchten, neue Behandlungen schließen sich an. Marie merkt, wie sehr sie jeder negative Test trifft: „Ich bin eigentlich ein positiver Mensch. Aber das war jedes Mal ein kleiner Zusammenbruch.“ Nach einer frühen Befruchtung erlebt Mi- leen eine Fehlgeburt, die sie bewusst zu Hause begleiten. Eine intensive Zeit. Was sie trägt, ist ihre Nähe zueinander: „Wir mussten viel reden, sehr ehrlich sein. Und immer wieder entschei- —> den: Gehen wir weiter?“ babywelt 19
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