Produkte im Prospekt
GESUNDHEIT / Verhütung Verhütung im Wandel der Zeit 1960 USA / 1961 Deutschland Die Einführung der Antibabypille gilt als sexuelle und soziale Revolution: Erstmals steht Frauen eine hochzuverlässige und eigenverantwortliche Verhütungs- methode zur Verfügung. Sexualität wird von Fortpflanzung entkoppelt - ein Schritt zu größerer Freiheit in Lebensplanung, Bildung und Beruf. 1994 Die UN-Weltbevölkerungskonferenz in Kairo 1994 markierte einen weiteren großen Schritt zur Selbstbestimmung: Sexuelle und reproduktive Gesundheit werden als universelle Menschenrechte anerkannt. Sexualaufklärung soll Menschen befähigen, eigenständig über Körper, Sexualität und Familienplanung zu entscheiden. Heute Der Zugang zu Verhütungsmitteln und zu verlässlicher Aufklärung ist weltweit ungleich verteilt. Laut WHO-Daten und globalen Auswertungen können etwa 77% der Frauen im gebärfähigen Alter ihren Bedarf an modernen Verhütungsmitteln decken - aber in bestimmten Regionen, etwa in Afrika südlich der Sahara, sind es deutlich weniger (ca.58%). Gleichzeitig haben über 200 Millionen Frauen weltweit einen ungedeckten Bedarf an Verhütungs- mitteln (Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung). 70 sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann. Sein Pearl-Index liegt zwischen zwei und zwölf. Das bedeutet, dass bis zu zwölf von 100 Frauen trotz Kondom schwanger werden - hauptsächlich wegen Anwendungsfehlern. An sich bietet die mechanische Barriere des Kon- doms nämlich einen nahezu 100-prozentigen Schutz. Haller mahnt: „Man sollte sich nicht nur vergewissern, dass das Kondom unbeschä- digt ist. Auch die Anwendung will geübt sein.“ Weitere hormonfreie Methoden sind die Kupferspirale, Kupferkette oder das Diaphrag- ma. Kupferspirale und -kette lähmen die Spermien und verhindern ihre Einnistung. Das Diaphragma funktioniert als mechani- sche Barriere. Diese Methoden greifen nicht in den Hormonhaushalt ein, können aber andere Nachteile haben, etwa stärkere Mens- truationsblutungen bei den Kupfermethoden oder eine geringere Sicherheit, meist wegen Anwendungsfehlern. Natürliche Methoden wie Temperaturmes- sung oder Zyklus-Apps setzen aufeine eigene, genaue Körperbeobachtung. „Diese Methoden passen zu Frauen mit regelmäßigem Zyklus und Disziplin“, meint Haller. Sie rät zu einer App, die den Zyklus trackt und alle anderen relevanten Symptome berücksichtigt, etwa Temperatur oder Zervixschleimbeurteilung. Professionell informiert Deutschland sei weiterhin „ein Pillenland“, sagt Haller. Aber immer mehr Frauen ent- scheiden sich bewusst gegen Hormone. Ne- ben dem Wunsch nach einem „natürlichen“ Körpergefühl spielen eigene Erfahrungen mit Nebenwirkungen eine Rolle. In sozialen Me- dien wird darüber intensiv diskutiert - teils differenziert, teils zugespitzt. „Für manche Frauen sind hormonelle Me- thoden sogar medizinisch sinnvoll“, betont Haller, etwa bei starken Zyklusschwankungen. Entscheidend sind fundierte Informationen und individuelle Beratung. Nach wie vor kur- sieren Irrtümer - von angeblicher Unfrucht- barkeit bis zu pauschalen Hormonängsten. Seriöse Beratung bieten gynäkologische Pra- xen ebenso wie das Bundesinstitut für Öffent- liche Gesundheit, pro familia oder die AWO. Dort kann man offen über Lebensstil, Kin- derwunsch, Vorerkrankungen und Sexualität sprechen. Das hilft, Fakten von Meinungen zu trennen, um schließlich selbstbestimmt zu entscheiden, welche Verhütung in welcher Lebensphase passt. o Fotos: plainpicture (3); PR
| Name | Details |
|---|