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Beim Thema Verhütung hat sich seit der Pille einiges getan- auch in den Köpfen. Ein Überblick 'elche Verhütung passt zu mir? Zu uns als Paar? Das fragen sich viele Menschen bewusster denn je. Da- bei geht es längst um mehr als Schwanger- schaftsvermeidung. Gesundheit, Alltagstaug- lichkeit und das eigene Bauchgefühl spielen bei der Wahl der Verhütungsmethode ebenso eine Rolle wie Sicherheit. Entscheidet frau sich beispielsweise für die Pille oder Spirale oder vertraut sie hormonfreien Methoden wie Kondomen oder einer Zyklus-App, um Verant- wortung partnerschaftlich zu teilen? Ein Akt der Selbstbestimmung „Der Beratungsbedarf bei Verhütungsmitteln ist differenzierter geworden“, beschreibt Dr. med. Julia Haller ihre Erfahrung. Vor allem junge Frauen hätten eine „neue Awareness“ bezüglich Verhütung entwickelt, ergänzt die Gynäkologin aus Hamburg. Mit der Einfüh- rung der Antibabypille Anfang der 1960er-Jah- re begann eine neue Phase der Selbstbestim- mung. Seither hat sich nicht nur das Angebot an Methoden erweitert, sondern auch das ge- sellschaftliche Verständnis von reproduktiver Gesundheit verändert. Heute geht es stärker darum, informierte und individuelle Ent- scheidungen zu treffen, medizinisch fundiert und passend zur jeweiligen Lebensphase. Differenzierte Verhütung Generell lassen sich Verhütungsmethoden in hormonelle, hormonfreie und natürliche Verfahren einteilen. Wie sicher sie sind, zeigt der sogenannte Pearl-Index: Je niedriger der dort verzeichnete Wert, desto zuverlässiger der Schutz - bei korrekter Anwendung. Anti- babypille, Hormonspirale, Dreimonatsspritze, Vaginalring, das Hormonimplantat und das Verhütungspflaster haben alle einen Pearl- Index-Wert von unter eins und schützen am sichersten vor einer Schwangerschaft. Sie bie- ten jedoch keinen Schutz vor sexuell übertrag- baren Krankheiten. Und enthalten Hormone. LIEBE JA, RISIKO NEIN Für Verhütung sollten beide Partner gemeinsam Verantwortung tragen Es können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Stimmungsschwankungen oder ein erhöhtes Thromboserisiko auftreten. Vor allem wenn Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht dazukommen. „Die modernen Hormonpräpa- rate sind zwar niedriger dosiert als früher. ‚Aber jeder Körper reagiert individuell“, erklärt Haller. Und: Hormonelle Verhütungsmittel sind üblicherweise verschreibungspflichtig. Eine Ausnahme bildet die „Pille danach“: Sie dient der Notfallverhütung und kann den Eisprung verschieben, wenn sie nach unge- schütztem Geschlechtsverkehr zeitnah ein- genommen wird. Sie ist apothekenpflichtig, aber rezeptfrei erhältlich. Eine Kupferspirale, bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Ge- schlechtsverkehr eingesetzt, gilt ebenfalls als effektive Notfallverhütung. Hormonfreie Methoden Zu den ältesten - und hormonfreien - Verhü- tungsmethoden zählt das Kondom, das außer vor ungewollter Schwangerschaft auch vor » 69
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