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(Morgensteifigkeit) und Belastungs- schmerz, zu Gelenkschwellungen, einem Dauerschmerz des Gelenks, zu verspannten Muskeln rund um das Gelenk und Bewegungsein- schränkungen kommen - jeweils einzeln bereits Frühwarnfaktoren. Ursachen: Mehr als Abnutzung Lange hieß es, Arthrose sei reiner Verschleiß. Die These erfasste be- stimmte Berufsgruppen, die schwe- rer, meist einseitiger körperlicher Belastung ausgesetzt sind - wie etwa Fliesenleger oder Fußballpro- fis - und damit ein höheres Arthro- se-Risiko haben. Sie bezog sich auf ältere Menschen, die deutlich häu- figer unter einer Arthrose leiden als Jüngere: Ab dem 60. Lebensjahr, so die Deutsche Arthrose-Hilfe e.V., sind gut die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer betroffen. Inzwischen gelten zusätzlich zur „Abnutzungsthese“ eine genetische Veranlagung, frühere Verletzungen oder angeborene Fehlstellungen wie X- oder O-Beine als ebenso er- wiesene Ursachen. Meist spielen mehrere Ursachen eine Rolle, wenn sich eine schmerzhafte Arthrose entwickelt. Die moderne Forschung macht deutlich: Arthrose ist kein reines „Materialproblem“, sondern ein aktiver Prozess im Gelenk, den wir - zumindest zum Teil - selbst positiv beeinflussen können. Was man selbst tun kann Unser Lebensstil prägt den Verlauf einer Arthrose mit. „Es sind weni- ger die Überlastungen, sondern kör- perliche Unterforderungen, die uns krank werden lassen‘, meint etwa Dr. Andreas Michalsen, Professor für Klinische Naturheilkunde an der Berliner Charit& sowie Experte der NDR-Visite-Serie „Die Natur-Docs“. Der Experte gibt Praxistipps für Be- troffene und zur Prävention (siehe dazu Infokasten). Die Mediziner sind sich weitge- hend einig: Nichts hilft den Gelen- 84 GESUNDHEIT / Arthrose ken so zuverlässig wie regelmäßige, sanfte Bewegung. Sie empfehlen Spaziergänge, Radfahren, Schwim- men und/oder einfache Kräfti- gungsübungen, erlernt etwa von ei- nem Physiotherapeuten. Eine starke Muskulatur stabilisiert die Gelen- ke und verteilt Belastung besser. Sportarten wie Tennis oder Squash mit ihren abrupten Richtungs- wechseln sowie harte Kontakt- sportarten können dagegen kontra- produktiv auf die Gelenke wirken. Ebenso entlastet eine Reduzie- rung von Übergewicht nachweislich etwa Knie und Hüfte. Empfohlen wird generell eine vollwertige, eher pflanzenbasierte Ernährung, weil sie Entzündungsprozessen im Kör- per vorbeugt, die wiederum eine Ar- throse begünstigen. Im Alltag hilft oft schon ein bewusster Umgang mit der Belas- tung. Das heißt: möglichst nicht schwer heben und gut dämpfende Schuhe tragen, die das Körperge- wicht abfedern und die Gelenke schonen. Es gilt, auch psychisch gegenzusteuern, also Stress mög- lichst zu reduzieren, weil auch die- ser Entzündungen fördert und die Schmerzwahrnehmung erhöht. Zwar ersetzen naturheilkundli- che Methoden wie Akupunktur und manuelle Therapien keinen Arzt, sie können aber als ein Baustein der Arthrose-Behandlung herange- zogen werden. Wichtig: Man soll- te bereits erste Warnsignale ernst nehmen. Je früher von Arthrose Betroffene mit lindernden und ent- lastenden Maßnahmen beginnen, umso größer ist die Chance, eine Gelenkzerstörung lange hinauszu- zögern - und womöglich ein künst- liches Gelenk zu vermeiden. o Wärme, Kälte & Wickel: was Schmerzen lindern kann* “empfohlen von Prof. Dr. Andreos Michalsen: „Meine besten Heilmittel für Gelenke. Arthrose, Rheuma und Schmerzen‘ Insel Verlag, 2022. Ohne Gewähr Fotos: Getty Images (2); PR
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