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Das schwindende Wissen über die Natur Paradox ist: Während Tiere ihren Weg in unsere Städte finden, entfremden wir uns zu- nehmend von der Natur - auch deshalb, weil wir immer weniger über sie wissen. Hand aufs Herz: Wissen Sie, welche Bäume vor Ih- rer Haustür stehen? Könnten Sie eine Blau- von einer Kohlmeise unterscheiden? Und ist die grüne Pflanze im Beet giftiges Unkraut? Oder vielleicht sogar essbar? Besonders die junge Generation scheint immer weniger Artenkenntnis zu besitzen. Das bestätigt eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz von 2020, für die Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren gefragt wurden, wie hoch sie ihre Kenntnisse über Tiere und Pflanzen einschätzen. Acht Prozent gaben an, dass sie über die heimische Tierwelt gut Be- scheid wüssten, 30 Prozent sagten eher gut, und 18 Prozent eher nicht. Vier Prozent sagten, sie wüssten gar nicht Bescheid. Bei der Pflan- zenkenntnis waren die Zahlen noch schlech- ter: Nur vier Prozent meinten, sich dort gut auszukennen, 13 eher gut und 32 Prozent eher nicht. Elf Prozent gaben an, überhaupt kein Pflanzenwissen zu besitzen. Auch die Biologin Böhning-Gaese hat den Eindruck, dass unser Wissen über die Natur abnimmt. ‚Wenn man sich zum Beispiel die Naturbeschreibungen in der Literatur der Romantik anschaut, wie reichhaltig die Wahrnehmungen damals wa- ren, dann haben sich unser Verhältnis und die Kenntnis definitiv reduziert.“ So entsteht ein Teufelskreis: Je weniger Naturerlebnisse wir haben, desto weniger wissen wir über sie. Umweltpsychologen spre- chen von der „Extinction of Experience“, dem Aussterben von Erfahrung. Wenn wir Natur seltener erleben, verlieren wir nicht nur Wis- sen, sondern auch die emotionale Beziehung zu ihr. Und ohne diese Beziehung sinkt die Bereitschaft, sie zu schützen. Böhning-Gaese sagt über das Dilemma: „Man schützt nur das, was man liebt, und man liebt nur das, was man kennt. Diese Kenntnis und Liebe zu ver- mitteln, ist absolut zentral.“ Weshalb Biodiversität so wichtig ist Doch wie lässt sich diese Verbindung wieder stärken? „Durch mehr Naturerlebnisse“, meint Böhning-Gaese, „und dafür muss man nicht aufs Land fahren, das geht sogar auf dem eigenen Balkon - Städte sind inzwischen »
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