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TEXT | Anika Schubert FOTOS | Natalie Stanczak, sandsackfotografie.de Llein- oder getrennterziehend in einer WG? Für viele klingt das nach einem Wi- derspruch oder mindestens ungewöhn- lich. Für Nina (31) und ihren Sohn Jasper (6) ist das ihr Alltag - und zwar ein ziemlich leben- diger. Statt in einer klassischen Vater-Mutter- Kind-Familie leben sie in einer Wohngemein- schaft - mit Menschen, die selbst weder Kinder haben noch welche planen. Und das funktio- niert erstaunlich gut. Gemeinsam statt allein Nina hat sich nie nach dem klassischen Klein- familienmodell gesehnt. Schon bevor ihr Sohn zur Welt kam, war sie ein echter WG-Mensch. „Ich liebe Gemeinschaft! Und ich finde es schön, wenn Menschen sich gegenseitig un- terstützen“, erzählt sie. Als sie sich von Jaspers Vater trennte, war Nina schnell klar: Allein wohnen kommt nicht infrage. Seitdem hat Nina bereits in mehreren Wohngemeinschaften gelebt. Mal gemeinsam mit anderen Alleinerziehenden, mal mit kin- derlosen Erwachsenen. Heute wohnt sie mit Jasper und vier weiteren Personen in einer Altbauwohnung in Augsburg. „Es ist keine WG von und mit Alleinerzie- GAR NICHT SELTEN Immer mehr Familien leben abseits des klassischen Vater-Mutter-Kind-Modells. Gründe dafür sind z.B. eine finanzielle Notwendigkeit, fehlende Netzwerke oder der Wunsch nach gemein- schaftlichem Leben jenseits der Kleinfamilie. viele Vorteile: „Ich studiere noch mal, mein Alltag ist eng getaktet. Es hilft mit sehr, wenn jemand da ist, der mir mal etwas vom Einkau- fen mitbringt oder auf Jasper aufpassen kann.“ Noch wichtiger ist ihr aber das Gemeinschafts- gefühl. „Ich weiß: Wenn irgendwas ist, kann ich klopfen. Ich bin nicht allein.“ henden. Aber unsere Mit- bewohner, die selbst kei- nen Kinderwunsch haben, konnten sich von Anfang an gut vorstellen, auch mit einem Kind zusam- „Mein Sohn wächst damit auf, dass es viele Arten von Familie gibt. Das ist für mich das Wichtigste.” Nina Kompromisse machen Natürlich bringt das Le- ben in einer Wohngemein- schaft auch Herausfor- derungen mit sich, zum Beispiel fehlende Rück- menzuwohnen. Es verändert ihren Blick aufs Elternnsein. Sie finden es spannend, Familien- leben so nah mitzuerleben - ohne selbst Eltern zu sein.“ Für Nina selbst hat diese Wohnform zugsmöglichkeiten. „Wir haben nur ein Zimmer. Wenn Jasper Zeit für sich möchte, heißt das au- tomatisch, dass ich in der Küche hocke. Da fehlt manchmal ein Ort nur für mich.“ 18 babywelt
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